Rückblick

Weltweite Jugendfesttage der Christengemeinschaft in Köln, Pfingsten 2018

“Warum bist du hier?“ – “Weil ich im Tagungsbüro bin.“ – “Ja, aber warum bist du hier?“ Erst dann verstand ich, was mein Gegenüber wollte; eine Antwort auf die Frage, warum Jugendtagungen in dieser Zeit wichtig sind, warum wir junge Menschen aus aller Welt zu uns nach Köln einladen und mit ihnen fünf Tage lang Themen vertiefen, lachen, singen. Die Antwort ist simpel: weil die Begegnung das Wesentliche des Menschseins ausmacht. Weil Begegnung Frieden schafft. Weil wir erst durch Begegnung die Wirklichkeit mehr und mehr wahrnehmen können.

Die Tage wurden von der Menschenweihehandlung und dem kultischen Abschluss eingerahmt, dazwischen gab es Vorträge, Gesprächsgruppen, Workshops. In kleineren Grüppchen sprachen wir über die Inhalte der Vorträge – Was ist Wirklichkeit? Wie erkenne ich sie? Darf ich jemand anderem seine Wirklichkeit absprechen? Wie viele unterschiedliche Realitäten gibt es? Nach Ende der Gesprächsgruppe hatten wir noch mehr Fragen als vorher. Doch die Unterhaltungen untereinander wurden dadurch nur intensiver – man redet eben nicht über das Wetter, sondern über existenzielle, wichtige Fragen, die einen als Menschen bewegen. So fallen auch die Vorurteile weg, das Politische rückt in den Hintergrund. So schreibt mir Irena aus der Ukraine, für sie hätte es sich auf der Tagung angefühlt, als hätten die Länder keinen Krieg miteinander und erzählt von Gesprächen mit jungen Menschen aus Russland. So tragen die Jugendlichen einen Schimmer Frieden in die Welt hinaus und leuchten jeder an ihrem Heimatort weiter.

Raphaela Pöllmann